Die wichtigsten Jobportale im Überblick

Der Fachkräftemangel ist da! Darüber sind sich alle einige. Er betrifft  alle Branchen, wobei Handwerk und Dienstleistung besonders betroffen sind, ebenso wie die IT-Branche. Sei es Gartenbauer, Dachdecker, Modegeschäft, Gastronomie oder Friseur, sie alle suchen, suchen, suchen. Der demographische Wandel schlägt zu, gepaart mit dem neuen Anspruchsdenken der Generationen Y und Z.

Da ich immer mal wieder gefragt werden, wo es Sinn macht, seine Stellenanzeige zu platzieren, habe ich eine Aufstellung gemacht, von Plattformen, die aus meiner Sicht sinnvoll (leider aber nicht immer kostengünstig) sind. Aber – das Aber muss kommen – eine Jobanzeige allein, macht noch keinen Bewerber, schon gar nicht einen passenden Kandidaten.

Recruiting beginnt vor dem Jobportal

Bedenken Sie, was passiert, wenn ein Jobsuchender eine Stellenbeschreibung im Internet findet, die interessant sein könnte? Er googelt das Unternehmen bzw. klickt auf den (hoffentlich) angegeben Link zur Website. Was er dann dort und sonst noch in Google findet (u.a. auch auf einschlägigen und inzwischen sehr aussagekräftigen Bewertungsplattformen wie kununu), gibt ihm eine Entscheidungsgrundlage für seine Bewerbung. Viele Faktoren spielen hier also eine Rolle, vom Erstkontakt (via Stellenbeschreibung) bis zur tatsächlichen Bewerbung.

Dies wird in weiteren Blogbeiträgen Thema sein und wurde von mir ausführlich in meinem aktuellen EBook* behandelt.

Hier in diesem Blogbeitrag geht es ausschließlich um Jobportale für Ihre Stellenausschreibung.

Jobportale im Überblick

www.stepstone.de
Größte Reichweite in Deutschland, größte Vielfalt, komfortabel per App
www.monster.de
In über 40 Länder, umfangreich mit zusätzl. Karrieretipps, viele Filter
www.xing.de
Suche auch ohne Mitgliedschaft möglich, direkte Bewerbung möglich
www.linkedin.de
Stellensuche nur für Mitglieder möglich
www.kimeta.de
über 2,3 Mio Stellenangebote
www.jobbörse.de
über 1,4 Mio. Stellenangebote
meinestadt.de
Lokal angelegt, umfangreich, über 770.000 Stellenangebote
www.mobilejob.com
schnell und einfach
www..gigajob.com
Internationale Jobbörse
www.kalaydo.de/jobboerse/
Stark in der regionalen Suche, bekannte Plattform

Kostenlos für Ihre Stellenangebote

www.indeed.de
Beste Jobbörse weltweit, sehr bekannt, auch als App, kostenloses Basis-Angebot
www.ebay-kleinanzeigen.de
Besonders stark in der regionalen Suche, sehr bekannt
Gigajob Deutschland
über 870.00 Angebote, Plus-Angebot 79 €
www.jobsonline.de
kostenlos für 14 Tage
www.jobboerse.de
Jobbörse der Arbeitsagentur

Fazit

Insgesamt gibt es Hunderte Jobportale, dazu die Karriere-Webseiten der Unternehmen, diverse Medien mit Stellenangeboten und Special-Interest-Portale (wie z.B. grüne Jobs, Lebensmittelbranche oder IT-Jobs). Es ist abzuwägen und oft bleibt nur das Ausprobieren, welche Jobportale relevant sind. Zudem sollte auf der Website alles zum Stellenangebot zu finden sein und nicht zuletzt muss dem potentiellen Bewerber der Weg zum zukünftigen Arbeitgeber so einfach wie möglich gemacht werden.

Ihre Erfahrungen

Nutzen Sie bereits Jobportale, evtl. andere als die genannten? Welche Erfahrungen haben Sie – gute/schlechte? Halten Sie nichts von der Online-Suche oder ist sie für Ihr Unternehmen die bestmögliche Strategie?

Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

*Buchtipp (EBook): Strategien für eine wertvolle Arbeitgebermarke
Starke Werte leben für Mitarbeiter von heute und morgen

Zum Thema Recruiting und Onboarding folgen in Kürze weitere Beiträge.

So finden Sie die besten Keywords für Ihre Website

Der Text auf Ihrer Website sollte für Menschen (Nutzer, Leser, Kunden, Interessenten…) informativ und nutzbringend sein, aber auch für die Suchmaschine Google relevant und attraktiv sein. Ziel Ihrer Suchmaschinenoptimierung ist es, mit Ihrem Text zur richtigen Zeit am richtigen Ort (Google Seite 1 😉 ) gefunden zu werden. Grundvoraussetzung sind immer die richtigen keywords, sprich Suchbegriffe.

Wenn Sie einen Texter engagiert haben oder selbst den Text schreiben, ist die keyword Analyse immer der erste Schritt. Welche sieben Kriterien berücksichtigt werden sollten, damit Ihr Webtext bei Google möglichst weit oben in den Suchergebnissen auftaucht, habe ich zusammengefasst. Diese keyword-Tipps berücksichtige ich immer, mal den einen Tipp mehr als den anderen, abhängig von Marketingstrategie, Positionierung und Zielgruppe.

Aber den ersten Tipp zur keywordanalyse, ist in jedem Fall der wichtigste Tipp und Basis für Ihren Erfolg – nicht nur beim Google Ranking.

Viel Spaß beim Umsetzen und bei Fragen einfach einen Kommentar unter diesem Blogbeitrag hinterlassen.

1. Keyword muss zum Thema passen

Soweit klar, aber was ist Ihr Thema? Hier wären wir sozusagen bei der „Mutter“ aller Fragen: „Welches Problem lösen Sie und warum?“ – Ja, dass muss sein – denn vor der Umsetzung stehen nunmal Konzept und Strategie. Erst dann, wenn die strategische Ausrichtung, klar ist, kann die obige Frage beantwortet werden und Sie können rund um Ihr Thema Texte schreiben.

Bin ich z.B. eine Bäckerei, könnte eine Strategie sein, das beste, schmackhafteste und natürlichste Brot in vielen, auch kreativen, Geschmacksrichtungen und Kombinationen anzubieten. Dann würden Suchbegriffe zum Thema Brot(backen) passen, Wörter zu süßen Teilchen oder Pizzateig eher nicht.

2. keywords gehören zu einem Nutzerbedürfnis

Nutzer (Suchende im Internet) haben unterschiedliche Bedürfnisse.Suche nach Informationen

Vor einer Kaufentscheidung benötigt jemand ausführliche, verständliche und kundenorientierte Informationen, z.B. Testberichte, Infos über Herkunft der Zutaten, Siegel oder Garantien oder ähnliches. Wir reden von den berühmten Zahlen, Daten, Fakten!

Suche nach konkretee Kauf/Bestellmöglichkeit

Die wichtigsten, leider oft vernachlässigten und versteckten Informationen, sind Adresse und Öffnungszeiten, evtl. noch Parkmöglichkeiten oder online-Bestell-Informationen.
Tipp: Adresse, Telefonnummer, eMail und evtl. Öffnungszeiten sollten in Header oder Footer untergebracht werden! So sind sie auch in der mobilen Version immer zu finden. Denn nicht alle Nutzer erreichen Ihre Website über die Startseite!

Suche zur Kaufentscheidung

Letztendlich ist die Frage „Was kostet das?“ eine ganz wesentliche Frage. Diese muss beantwortet werden!

Selbst wenn es nicht möglich ist, z.B. beim Bau eines Hauses, Kauf eines Autos, Auftrag für eine handwerkliche Leistung, können Sie auf die Frage eingehen. Vielleicht mit einem online-Formular für ein konkretes Angebot, für ca.-oder ab-Preise, Beispielpreise für ähnliche Projekte oder oder oder.

Tipp:  Das Wort „Kosten“ ist in Kombination mit Ihren Produktkeywords eine wichtige keyword-Kombination!

3. Der Botox-Effekt

Einige Suchbegriffe konvertieren wesentlich besser als andere, obwohl das gleiche gemeint ist.. So wird keiner nach einem Waschvollautomat suchen, eine Waschmaschine ist da schon eher relevant. „Fahrzeug mieten“ wird weniger gesucht als „Auto mieten“.

Übrigens, der Begriff Botox wird sehr viel häufiger gesucht als das von Fachleuten gern verwendete BTX oder Botulinumtoxin als Oberbegriff. Es ist klar, welcher Begriff auf der Website verstärkt genutzt werden sollte.

4. Der Blick auf die Zielgruppe

Meiner Meinung ist das am meisten unterschätzte keyword die Stadt des Unternehmens bzw. die Städte des (gewünschten) Einzugsgebietes. Suche ich einen Anwalt, nützt mir in der Regel eine Kanzlei in München nichts, wenn ich nicht dort wohne. Möchte ich Bio-Fleisch kaufen, ist der Biobauernhof im 250 km entfernten Pusemuckel, nicht relevant.

Zählen Sie konkret Städte und Regionen auf, die Ihrem potentiellen Einzugsgebiet entsprechen und verwenden Sie diese im Text.

Tipp: An verschiedenen Stellen auf der Website können Sie andere Städte, Regionen, Länder nennen, die Sie beliefern wollen/können oder aus denen bereits Kunden zu Ihnen kommen.

Klug ist es z.B. in einer Anfahrtsbeschreibung die nächstegelegenen Orte und Städte zu benennen. Google lenkt dann eine Suchanfrage auf diese Unterseite. Bei Interesse ist gelernt, dass man über das Firmenlogo oder den „Home“Button auf die Startseite kommt oder über das Menü dorthin navigiert, wohin man möchte.

5. Aktuell ist immer aktuell

Aktuelle Suchbegriffe sollten mit einbezogen werden, z.B. Weihnachten, Ostern, Fußball WM, Olympiade, Halloween usw. Pflicht natürlich bei allen saisonalen Produkten, aber vielleicht gibt es eine Weihnachts-Rabatt Aktion oder Gutscheine. Seien Sie kreativ.

6. Nutzen Sie Varianten

Je mehr Text, je eher können semantische Variationen eingefügt werden. Ebenfalls sinnvoll sind Synonyme, wobei die Tools www.openthesaurus.de oder www.woxikon.de helfen können. Variationen und Kombinationen findet man sehr gut mit diesem Tool https://keywordtool.io/

7. Der Extratipp

FAQ bzw. Antworten auf häufige Fragen sind eine perfekte Möglichkeit Suchbegriffe einzusetzen und gleichzeitig dem Nutzer alle Fragen, die er im Kopf hat, zu beantworten. Eine Win-Win-Situation, zumal man diese Auflistung auch ständig ergänzen oder ändern kann. Was wiederum für Google als Indiz einer lebendigen und aktuellen Website gilt.

Viel Spaß bei der Suche nach den richtigen keywords für Ihren Werbetext.

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Gern übernehme ich diese unliebsame Aufgabe 😉
Mehr auf meiner Website der Textagentur Morgenduft & Abendrot

Was mache ich nur mit den vielen Visitenkarten?

Effektives Netzwerken mit Strategie

Sie haben verstanden, dass Kontakte wichtig sind? Das man eigentlich nie genug Kontakte haben kann und sie nur dem schaden, der sie nicht hat? Ein Vertriebsweisheit aus analogen Verkaufszeiten, aber auch im digitalen Netzwerk-Zeitalter immer noch Gold wert.

Sie verteilen fleißig offline Ihre Visitenkarten und bekommen auch einige, die Sie einstecken? Im Büro landen Sie dann…mmhhh, wo denn? Erst auf dem Schreibtisch, dann in der Schublade oder dem großen Karton, wo alles landet, was sonst keinen Platz hat?

Ich habe ein paar (von mir erprobte und angewendete) Schritte zusammengefasst, um aus dem Jagen und Sammeln einen geschäftlichen Erfolg zu machen.

Drei Schritte, die aus einer Visitenkarte einen Netzwerk-Erfolg machen.

1. Schritt
Am gleichen Tag oder spätestens am Morgen danach, nehmen Sie sich Zeit für die Sichtung Ihrer „Beute“. Als erstes prüfen Sie, ob Sie wirklich alle diese Kontakte in Ihr ganz persönliches Netzwerk aufnehmen möchten. Zeitgenossen, die Ihnen unsympathisch waren, würde ich persönlich direkt in Ablage „P“ entsorgen. Alle anderen sollten Sie nochmal genauer betrachten, auch wenn Sie schon einen Steuerberater, einen Versicherungsmakler oder einen Gartenbauer Ihres Vertrauens haben.

Wer übrig bleibt, der wird auf XING gesucht. Ich gehe davon aus, dass Sie selbst auf XING ein aussagekräftiges und gepflegtes Profil besitzen. Auf XING wird der Kontakt höflich und persönlich angeschrieben (bei der Basismitgliedschaft geht dies bedauerlicherweise nicht, daher wäre ein Hinzufügen ohne Text m.E. okay, da Sie sich ja erst vor ein paar Stunden persönlich gesprochen haben. Alternativ können Sie eine Mail schicken und ankündigen, dass Sie sich auf XING vernetzen möchten).

ExtraTipp: Vergeben Sie Ihrem Kontakt auf XING Kategorien, nach denen Sie später in Ihrer Kontaktliste gezielter suchen können. Ich vergebe immer mind. zwei Begriffe: Ort und Beruf. So kann ich, wenn ich z.B. einen Fotografen in Düsseldorf brauche, gezielt bei meinen Kontakten suchen.

Um einen noch besseren Eindruck zu bekommen, besuche ich immer auch die Website und (falls vorhanden) die Facebook-Seite. Erst diese Präsenzen machen das Bild rund.

2. Schritt
Denn folgt der wichtigste und schwierigste Schritt: Sie entscheiden jetzt (!), was Sie mit diesem Kontakt machen. Nicht später, gleich oder morgen. Jetzt, wenn Sie die Karte in der Hand haben.

Diese Möglichkeiten kommen in Frage:

1. Möglichkeit
Kontakt ist vielleicht mal interessant, aber im Moment fällt mir nichts dazu ein. Ablage im Rolodex, in einer Box, einer Hülle oder wo auch immer. Aber immer dort!

2. Möglichkeit
Kontakt ist interessant und ich könnte mir vorstellen, mehr zu erfahren oder etwas gemeinsam zu entwickeln. In der Regel schicke ich dann direkt eine Mail und höre mal rein, ob Interesse besteht, sich auszutauschen. Dann mache ich einen Termin aus, so wird  aus „wir können ja mal“ ein „wir treffen uns morgen auf einen Kaffee und ich weiß, was Du tust“.

Sicherlich wird nicht aus jedem Kaffee-Gespräch ein spannendes Projekt, aber manchmal genügt ein kurzes Gespräch mit einem interssanten Menschen für Zukünftiges. Manchmal wird daraus ein Geschäftsmodell, ein Empfehlungs-Netzwerkpartner oder eine Freundschaft – oder alles zusammen

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Praxisbeispiele für aktives Netzwerken

Zwei Netzwerkerinnen mit ähnlichen Themen halten gemeinsam einen Vortrag.
Die eine über Büromöbel (ergonomisches Sitzen) und die andere über Entspannungstechniken (integriert im Büroalltag).

Zwei Unternehmerinnen trainieren MS Office-Anwendungen, jede hat einen Schwerpunkt. Sie packen ihr know-how zusammen und bieten ein gemeinsames Event an.

Ein Küchenstudio, eine Reiseveranstalterin (Frankreich-Reisen) und eine Dame mit süßem Catering schließen sich zusammen und bieten einen französichen Abend an – im Küchenstudio, mit französischen Spezialitäten und Reisetipps für Frankreich.

Ein Finanzierungs-Experte arbeitet mit einem Immobilien-Bewerter zusammen. Beide decken „Lücken“ in ihrem Angebot ab, wenn es um die Immobilienfinanzierung geht.

Eine Steuerberaterin und eine Marketingberaterin 🙂 gestalten einen Gutschein für jeweils 60 Minuten kostenfreie Erstberatung. Der Gutschein ist perforiert und kann von beiden Unternehmerinnen als „Geschenk“ an  Kunden genutzt werden.

Es gibt noch viele, viele Möglichkeiten, Chancen und Beispiele. Das einzige – man muss es tun und den Blick dafür trainieren. Netzwerk-Arbeit beginnt bei der Visitenkarte! Oder?

PS: Ziel erfüllt lt. letztem Blog-Beitrag!

 

Ziele sind keine guten Vorsätze

Ein Ziel ist ein Wunsch mit Termin

Ein guter Spruch und so wahr. Ziele ohne einen Termin sind unverbindlich, nicht konkret und kaum kontrollierbar. Ein Termin ist also essentiell für ein Ziel, aber für genauso wichtig halte ich einen zweiten Aspekt, um ein Ziel zu erreichen: die möglichst genaue Formulierung – schriftlich.

Denn erst Worte machen aus Gedanken Taten!

Damit die Zielformulierung gelingt, nutze ich die klassische SMART-Formel. So müssen Ziele formuliert sein:

  • spezifisch (konkret und nicht verallgemeinert, z.B. weniger Süßes essen um abzunehmen anstatt abnehmen)
  • messbar (50 g Schokolade pro Woche)
  • attraktiv (die Lieblingshose sitzt wieder perfekt)
  • realistisch (machbar sind die Reduzierung auf 50 g, völlig unrealistisch wäre der vollständige Verzicht ;-))
  • terminiert (definiertes Datum bis zum Erreichen des Zieles)

Soweit so klar und bekannt.

Ich gehe bei mittel- und langfristigen Zielen noch einen Schritt weiter und nutze für mich und meine Kunden ein uraltes, aber wirksames Tool – die gute alte Wiedervorlage!

Entweder als Termineintrag im Kalender (online oder im Papierkalender) oder wie ich es mache, mit einer Notiz in meine Wiedervorlage-Mappe (WV-Mappe), die für jeden Tag ein Fach hat, also 31 Fächer. Diese prüfe ich immer am Abend für den nächsten Tag oder am Samstag für die kommende Woche (muss jeder selbst entscheiden, wie er dies macht). So begegnet mir immer am richtigen Tag der Hinweis auf die Überprüfung meines Ziels.

Bleiben wir beim Schokoladen-Beispiel:

Zieldefinition
Ich möchte mein Ziel erreichen, bis zum 01.03.2017 nur noch 50 g Schokolade pro Woche zu essen und dies beizubehalten, damit mir meine Lieblingshose wieder perfekt passt.

Wiedervorlage
Immer am Sonntag kontrolliere ich mein Verhalten. Daher lege ich in die WV-Mappe am 8.1., 15.1., 22.1. usw. einen Kontrollzettel. Es könnte nun sein, ich merke beim zweiten Zettel, dass das Ziel unrealistisch ist oder, dass ich mein Ziel schon nach 6 Wochen erreicht habe. Hier noch der Hinweis, dass sich neues Verhalten erst nach etwa 4 Wochen in eine Gewohnheit festigt und sich daher Gewohnheiten erst nach dieser Zeit ändern (soviel zum Thema realistische Zielsetzung). Durch die Wiedervorlage, die nichts anderes als eine Zielkontrolle ist, kann ich frühzeitig eingreifen. Entweder muss ich mein Ziel ändern oder Maßnahmen ergreifen/änden um es zu erreichen.

Feiern
Am Enddatum, hier der 01.03.2017, wenn das Ziel erreicht ist, darf gefeiert werden. Sicherlich nicht mit Kuchen und Süßem, aber mit einer kleinen individuellen Belohnung. Manchmal reicht es, dieses Ziel abzuhaken und als erreicht zu deklarieren. Ähnlich dem Durchstreichen einer Aufgabe einer to-do-Liste ist das Abhaken eines Ziels ein gutes, befriedigendes Gefühl.

Mein Extra-Tipp
Nutzen Sie ein Ziel-Buch und sammeln Sie Ihre Ziele und deren Erreichen! Es hat schon fast Tagebuch-Charakter und bietet einen festen Platz für Ihr aktuelles und Ihre zukünftigen Ziele. Haben Sie Ihr erstes Ziel abgehakt, setzt eine Motivation und fast schon Sammelleidenschaft ein, möglichst viele Ziele zu erreichen und zu sammeln (Stichwort: Wir sind Jäger und Sammler).

Hier ein Buchtipp: www.eingutesziel.de

Nachgefragt bei BÄRWALDSON: Erst Online-Shop, dann Offline-Laden

Vor einiger Zeit habe ich Caroline Bärwald bei einem Netzwerktreffen getroffen. Sie ist stolze Ladenbesitzerin in Düsseldorf-Flingern, damals war die Eröffnung noch ganz frisch. Interessant fand ich zum Einen das Thema: Skandinavisches Design und zum Zweiten die Entwicklung vom Online-Shop zum Offline-Laden.

Caroline war so nett, mich zu einem Interview einzuladen. Sie hat mir ein paar Fragen zu ihrer Selbstständigkeit und der Sache mit online-offline beantwortet.

Ute: Gab es ein besonderes Erlebnis, das Dich zum skandinavischen Design gebracht hat?

Caroline: Ich habe oft überlegt, ob es einen Auslöser gabe. Nein, gab es nicht. Ich liebte und liebe schon immer Geradliniges, ohne Schnörkel. In meinem Kinderzimmer hatte ich eine Tapete mit Karomuster – vielleicht hat sie den Grundstein für meine Leidenschaft gelegt (lacht).

CB05CB03.jpgDieser Designstil ist ja gerade sehr angesagt, in Lifestyle- und Wohnmagazinen, im Internet, auf Instagram. Bei mir hat diese Vorliebe aber nichts mit dem Trend zu tun. Meine Liebe zu geraden Linien und geometrischen Figuren ist und bleibt zeitlos.

Ute: Das ist gut, dann schwimmst Du nicht nur auf einer Trendwelle, sondern hast ein zeitloses (klassisches) Geschäftsmodell, das authentisch ist. Wann hast Du beschlossen aus Deiner Vorliebe eine Selbstständigkeit zu wagen?

Caroline: Ich komme aus dem Personalwesen eines großen Unternehmens, war aber durch eine Umstrukturierung an dem Punkt, mir über einiges klar zu werden. Es ergab sich, dass ich durch Schulungen und eine Gruppe Gleichgesinnter einen Businessplan erstellte. Schon da hatte ich das Gefühl, ja, ich kann selbstständig sein, das ist was für mich.

Ich wollte immer einen Laden, zwischen schönen Dingen stehen und andere Leute dafür begeistern. Aber ich hatte keine Vergleichszahlen, wieviel ich verkaufen musste, wie ich kalkulieren muss etc. Also habe ich mich für einen Onlineshop entschieden, um die Fixkosten wie Miete zu sparen.

Ute: Du hast also einen Online-Shop erstellt.

Caroline: Ja, aufgrund von Empfehlungen begann ich mit xt:commerce, bin aber nach zwei Jahren zu shopware gewechselt. Die Programmierung übernmmt ein professioneller Dienstleister aus Leverkusen, das Einpflegen der Produkte mache ich selbst.

Ute: Kannst Du Dich noch an Deine erste Bestellung erinnern?

Caroline: Ja, mein erster Kunde war mein Bruder!

Ute: Wie hast Du den Shop bekannt gemacht?

Caroline: Am Anfang, das war im Oktober, hatte ich Glück, weil das Weihnachtsgeschäft vor der Tür stand. Danach hatte ich ein tiefes Loch und begann, mich mit Onlinemarketing zu beschäftigen. Ein Spezialist hat mich gecoacht, vor allem zu SEO und Google AdWords. Auch mit Facebook habe ich damals angefangen. Parallel habe ich  Netzwerke in Düsseldorf besucht und dadurch immer wieder Kunden gewonnen.

Gemerkt habe ich, dass Print nichts bringt, wenn man es nicht kontinuierlich macht. Das lag außerhalb meines Budgets. Flyer dagegen sind ganz praktisch zum Weitergeben und zum Verteilen an Netzwerkpartner.

Letztendlich braucht der Erfolg Zeit und ist die Summe aller Maßnahmen.

Ute: Wieseo hast Du Dich dann doch für ein Ladengeschäft entschieden?

Caroline: Der Laden war der Ur-Traum! Früher oder später musste also ein Laden her. Ich liebe es, zwischen all den schönen Dingen den Tag zu verbringen.Außerdem war ich der vielen Kartons Zuhause und bei Freunden überdrüssig. Ich wollte raus und zufällig hatte ich eine Gelegenheit Ende 2014. Kurz vor Abschluss des Mietvertrages habe ich einen Kassensturz gemacht und doch nicht unterschrieben. Das Risiko war mir zu groß.

Ein paar Monate später habe ich mich für einen günstigen Laden in Rath entschieden. Ich wollte es als Lager nutzen und weniger als Laden, denn die Lage (in einer Sackgasse) war sehr ungünstig. Mein Ziel war es, die Ladenmiete reinzubekommen und das habe ich schon im ersten Monat geschafft.

Als es dann doch gut lief, traute ich mich, mehr zu investieren. Ich war bereit etwas zu riskieren. Auf Entdeckungstour nach freien Ladenlokalen, sah ich im bunten, kreativen Flingern diesen Laden. Damals natürlich noch nicht so schön hergerichtet. So kam es, dass ich im Mai 2015 selbst einiges hier renoviert habe und im Juni eröffnen konnte.

CB01.jpgUte: Du kennst jetzt beides – Online-shop und Offline-Geschäft. Was ist der Unterschied, welche Schwierigkeiten hat das Eine oder das Andere?

Caroline: Der Laden hat höhere Fixkosten, aber der größte Unterschied ist für mich die zeitliche Flexibilität beim Online-Shop. Dagegen muss ich im Laden physisch anwesend sein, egal ob Kunden da sind oder nicht. Aber letztendlich ist das genau mein Ding und eine tolle Situation beides zu haben.

Ute: Welche Marketingmaßnahmen setzt Du zur Zeit ein und welche waren erfolgreich?

Caroline: Facebook, Instagram, Pinterest, Google+, meinen eMail-Newsletter, Flyer, Teilnahme an Events hier in Flingern, Präsentation auf Wohnplattformen fallen mir spontan ein. Alle sind erfolgreich.

FacebookAds mache ich selten und ich bin vom Ergebnis nicht überzeugt. Die neuen Fans, die ich dadurch bekomme, kommen mir nicht echt vor. Seltsame Profile und nichts nachhaltiges.

Ute:Pläne für die nächsten Jahre?

Caroline: Ich bin kein Freund von Plänen, ich liebe Überraschungen. Aber über einen Laden in der Innenstadt von Düsseldorf (statt Flingern oder als zweites Geschäft) habe ich doch schon mal nachgedacht.

Ute: Hast Du einen Rat für Gründer, die mit einem Laden und/oder Shop starten möchten?

Caroline: Leidenschaft und Durchhaltevermögen passen manchmal schwer zusammen, sind aber die Grundvoraussetzung für Erfolg.

Danke Caroline.

Wer neugierig geworden ist, hier geht es zu BÄRWALDSON in Düsseldorf mit wunderbarem, skandinavischem Desigen, freundlicher Atmosphäre und immer wieder neuen Produkten und somit immer einen Besuch wert – online oder offline.www.baerwaldson.deCB04.jpgCB07.jpgCB06.jpg

 

 

Auf Facebook müssen Sie persönlich werden

Immer mehr Unternehmen nutzen zusätzlich zur Website Facebook für ihr Business. Viele machen aber Fehler und wundern sich über mangelnden Erfolg. Dabei ist der Grundsatz, wie Facebook für Unternehmen funktioniert, ganz einfach – eine Facebook-Seite ist keine Werbeplattform!

Leider wird sie oft so verstanden und missbraucht.

Ziel einer Unternehmens-Facebookseite ist es, mit seiner Zielgruppe in Kontakt zu kommen, auf Augenhöhe zu kommunizieren und den berühmten Blick hinter die Kulissen zu gewähren.

Die Website ist die Sicht auf das Unternehmen, die Facebook-Seite ist der Blick in das Unternehmen. Sie lädt ein, die Menschen kennenzulernen, die das Unternehmen einzigartig machen.

O.k. – aber was soll ich denn dann posten, wenn ich nicht über meine tollen Angebote schreiben darf?

Zu den Inhalten gibt nachfolgende Grafik einen guten Anhaltspunkt.

702010_01oT

70% Mehrwert posten und Tipps und Ratschläge geben. Fokus legen auf den Nutzen für den Fan, wenn er der Seite folgt.
20% von anderen Seiten/Profilen teilen. Die Seitenbesitzer werden es dankend wahrnehmen.
Max. 10% Eigenwerbung auf eine persönliche, kreative Art. Plumpe Eigenwerbung ist tabu.

Diese 70/20/10 Formel sollte man nicht ganz so streng umsetzen, sondern die Dreiteilung für das eigene Unternehmen adaptieren. Es kommt darauf an, was wem angeboten wird. Zum Beispiel ist der persönliche Anteil der Beiträge bei einem Kosmetik- oder Modegeschäft größer als bei einem Versicherungs- oder Finanzmakler.

Halt! Warum eigentlich? Denn gerade bei austauschbaren Produkten ist der Mensch der Unterschied! Um dies einfacher und anschaulicher zu machen, habe ich Beispiele persönlicher (nicht privater) Beiträge zusammengestellt. Denn die 70% bestehen aus fachlichen und persönlichen Beiträgen und die persönlichen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg einer Facebook-Seite (nicht allein, aber zu einem großen Teil):

Moment noch – vorher klären wir noch, warum die persönlichen Beiträge so wichtig sind

Menschen möchten immer Menschen sehen und keine toten Dinge (Möbel, Produkte, Zimmer, Autos…). Emotionen können nur von Menschen (oder Tieren) ausgestrahlt werden und Emotionen berühren uns unbewußt und nachhaltig. Einen schöner Artikel finden Sie hier (SZ-Online).

Facebook ist Dialog auf Augenhöhe

Facebook ist eine soziale Plattform, ursprünglich nur für zwischenmenschliche Beziehungen konzipiert. In den letzten Jahren nutzen Unternehmen verstärkt dieses soziale Netzwerk und kommen mit ihren Kunden ins Gespräch. Sprechen können aber nur Menschen und nur Menschen können etwas verkaufen bzw. kaufen. Warum dann nicht zeigen, bei wem man kauft?! Genau – es gibt keinen Grund dies nicht zu tun.

Aber nicht nur für die Facebook-Nutzer ist dies wichtig, auch Facebook honoriert beliebte Beiträge. Das nennt Facebkook Interaktion. Dazu zählt auch das Verweilen oder Klicken auf einem Beitrag (also nicht nur das Liken, Kommentieren oder Teilen). Je beliebter ein Beitrag, desto häufiger und länger wird er von Facebook gezeigt.

So, jetzt genug Theorie, hier ein paar Impulse für persönliche Beiträge

Beispiele für den persönlichen Anteil der 70%- Beiträge, die aus meiner Erfahrung gut funktionieren:

1. Dankeschön für Treue und Erreichen einer Fanzahl
600Fans

2. Vorstellung von Mitarbeitern (Azubi, Chef, Praktikant)
(Mitarbeitern ein Gesicht geben, Fachkompetenz vorstellen)
Tipp – erst fragen, dann fotografieren!

3. Information über den Besuch einer Fachmesse oder eines Events
(Aktuelle Infos exklusiv für die Zielgruppe)

4. Erwähnung von Erfolgen (immer mit Nutzen für den Leser, keine Eigenwerbung),
z.B. neuer Kunde, neue Software, Umzug erledigt, neue Technik, Zertifikat erhalten…

5. Kunden, Kooperationspartner, Lieferanten…vorstellen
Gehört nicht in die 20%, die sich auf Beiträge anderer Seiten bezieht, sondern Sie stellen Kunden vor z.B. mit dem gekauften Kleid, einem Zitat oder sonstigen Inhalten. So geben Sie Ihrem Kunden die 15 Minuten Ruhm, die ihm schmeicheln. Und er wird den Beitrag fleißig teilen!

Networking-MKH

Besuch eines Kundenevents mit einem Posting live vor Ort. 14 Likes, 1 x Love-Like, 2mal geteilt und wiederum viele Klicks auf die Fotos, insbesondere durch den Netzwerkpartner bzw. dessen Community.

6. Momentaufnahme
z.B. „Ich sitze gerade und warte auf xy. Zum Glück habe ich immer dieses kleine Fachbuch dabei und lese gerade etwas über Facebook-Beiträge.“

7. Tipps
Buchtipp, Veranstaltungstipp, Linktipp…

8. Vorbereitung und Nachbereitung eines Events

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Kurz vor einem Vortrag ein Status-Posting, mit einer Reichweite von 387 schon ganz gut.

 

Vortragsvorbereitung

Information zu einem Marketingworkshop. Mit einer Reichweite von 3.477 sehr gut – ergibt durch das Teilen (8mal) meiner sehr treuen und aktiven Fans.

Klassiker für persönliche Postings

  • Sprüche und lustige Fotos (gezielt und wohl dosiert!!)
  • Saisonale Grüße (Jahreszeiten, Muttertag, Ostern, Weihnachten, Sommerzeit…)
  • Aktuelles aus Wirtschaft oder Gesellschaft (Politik und Religion sind m.E. Tabuthemen)

ExtraTipp

Um persönliche Interaktion zu erzeugen, kann man auch ab und zu den Beitrag mit einer Frage beenden. Dabei beachten: kurz, verständlich, zum Kernthema passend. Gern auch einmal ungewöhnlich oder kreativ. Aber immer, schnell zu erfassen und schnell zu beantworten.

z.B. „Für meinen Workshop bereite ich gerade die Snacks vor. Was meint ihr, statt Keksen lieber Äpfel?“

Oder so:

„Die Woche startet heute sehr früh. Bin beim zweiten Kaffee und ihr?“

Ja, das funktioniert! Allerdings erst, wenn eine gewisse Zahl an Fans vorhanden ist und sie gewohnt sind zu interagieren.

Noch zum Schluß ein Hinweis: Die Bitte um Likes, Kommentare oder gar Teilen ist inzwischen (im geschäftlichen Kontext“ weniger beliebt. Das wirkt oft anbiedernd und verzweifelt.

Wichtig bei allen Beiträgen – bleiben Sie authentisch! Die Facebook-Seite muss Ihre Handschrift tragen, Ihrem Wesen und Ihrer Unternehmensphilosophie entsprechen. Nur dann haben Sie ein stimmiges, überzeugendes Bild nach außen, dass beim persönlichen Kontakt mit dem Kunden den Erwartungen entspricht.

 

 

Muss ich jeden Auftrag annehmen?

Nein – das lehrt mich meine Erfahrung der letzten fünfzehn Jahre Selbständigkeit. Vor allem seit den letzten Jahren stelle ich mir diese Frage öfters und es kommt vor, zwar selten, aber es kommt vor, dass ich Aufträge nicht annehme. Indem ich das einmal analysiert habe, kann ich vielleicht dem ein oder anderen Selbständigen helfen und die Angst nehmen, Aufträge abzulehnen.

Fünf Gründe, warum ich Aufträge ablehne

1.Grund: Der Preis

Ist da beim Preis noch was zu machen?

Nein! Meine Angebote sind nicht mit einem Rabatt kalkuliert, den ich dann bei Nachfrage abziehe. Mein Preis entspricht dem Nutzen, den der Kunde hat und er zahlt für meine Erfahrung und mein Fachwissen  ebenso wie für mich als „Persönlichkeit“. Da ich kein Produkt haben, sondern als Person die Marke und damit das Alleinstellungsmerkmal bin.

Wenn mein Honorarwunsch nicht mit dem Kundenwunsch zusammenpasst, ist eine Zusammenarbeit nicht möglich. Punkt. ABER – und das kann ich nur empfehlen – das Angebot kann angepasst werden!

Vielleicht passt es, wenn das Angebot modular aufgebaut wird. Die wichtigste Dienstleistung ist das Basisangebot, das um Module erweitert werden kann. Der Kunde hat einen soliden Einstieg und kann schrittweise Module hinzubuchen – je nach Budget und Notwendigkeit.

Noch ein Zusatztipp besonders für Berater, Coachs und Trainer: Erstellen Sie eine interne Preisliste. Nicht für den Gebrauch nach außen, sondern nur für Sie selbst. Sie umfasst die Leistungen, die zur langfristigen Marketing-Strategie passen. Angebote werden schneller erstellt und nicht passende Aufträge schneller abgelehnt (siehe auch den 4.Grund).

2. Grund: Der Aufwand

Ich habe klar festgelegt, wo ich für meine Kunden unterwegs bin: Städte wie Krefeld, Düsseldorf und Mönchengladbach, sowie die Kreise Heinsberg und Viersen. Seit einigen Jahren habe ich auch Kunden aus der Nähe von Hamburg, München und Dresden, aber diese Kunden kommen zu mir nach Mönchengladbach.

Die Fahrt außerhalb meines definierten Zielgebietes ist mir zu weit, der Aufwand zu groß, die Fahrtkosten werden meist nicht vom Kunden akzeptiert. Letztes Jahr habe ich eine Anfrage aus Aachen nur angenommen, nachdem klar vereinbart war, dass die beiden Strategietermine in Mönchengladbach stattfinden. Die Entscheidung gegen die Fahrt zum 100 km entfernten Firmensitz fiel mir leicht, denn ich musste nur meine Strategeie „befragen“ und Aachen steht nicht auf der Liste.

3. Grund: Der Kunde

In der Beratung bespricht man viele Bereiche, manche tangieren auch das Privatleben. Wenn es um Ziele geht, kommen Vergangenheit, Wünsche, Träume, Familie uvm. zur Sprache. Für diese persönlichen Informationen muss die Chemie stimmen. Ich muss keine Freundschaft schließen, aber wir müssen auf der gleichen Wellenlänge liegen. Das ist mir wichtig und daher biete ich immer ein kostenloses Erstgespräch zum Kennenlernen an. Wenn es nicht passt, wird das auch kein gutes Projekt – leider musste ich diese Erfahrung schon ein paar Mal machen. Gegen das Bauchgefühl zu entscheiden, hat sich immer als falsch herausgestellt.

4. Grund: Das Thema

Ich habe Expertenwissen in verschiedenen Bereichen, dazu zählt nicht der Bereich des ecommerce. Ich bin kein online-shop-Experte. Trotzdem kam eine entsprechende Anfrage und der Kunde wäre eine tolle Referenz und hätte Potential für mein klassisches Angebot (Strategie & Social Media). Was tun?

Ich habe mir aus meinem Netzwerk einen Experten gesucht. Er deckt diesen Bereich ab und ergänzt mein eigenes Angebot. Dem Kunden gegenüber pflege ich Transparenz hinsichtlich der Partner, die für ihn arbeiten. In diesem Fall war und blieb ich der Kundenberater bzw. Koordinator um eine Lösung zu erarbeiten.

Besonders zu Beginn meiner Selbständigkeit habe ich mich oft verzettelt, weil ich alles selbst machen wollte und dachte, so mache ich mich unentbehrlich. Wenn ich mir aber auf jede Anfrage hin neues Wissen aneigne (was viel Zeit kostet), besteht die Gefahr, dass ich bald nur noch ein Allrounder mit Halbwissen bin, aber kein Experte auf meinem Gebiet.

Klar sein im Angebot und spezialisiert mit Fachwissen, dass ist der einzige Weg. Hier kann ich übrigens das Buch von Kerstin Friedrich empfehlen, das es auch in Kurzform als 40-seitige Zusammenfassung gibt.

5. Grund: Die Kapazität

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Mein Tag hat 24 Stunden, davon 8-10 Stunden für den Job. Auch gönne ich mir ab und an freie Tage, Urlaubstage, Weiterbildungstage etc. D.h. es bleibt nur ein gewisses Zeitkontingent für produktive Projektarbeit. Und als Coach, Trainer, Berater wird man nach Zeit bezahlt, sie ist das kostbarste, was ich habe.

Wenn meine Zeitkapazität aufgebraucht ist, kann ich keine weiteren Jobs annehmen. Oder ich verknappe meine freie Zeit. Oder arbeite schneller. Oder – und das ist meine häufigtste Lösung – ich sage von Anfang an, wann ich diesen neuen Job erledigen kann. Manchmal ist der Kunde bereit zu warten, manchmal nicht. Ist er es, umso besser. Wenn nicht, erspare ich mir Stress und dem Kunden Frust.

Das sind meine fünf Gründe, aber es gibt bestimmt noch mehr Gründe, einen Auftrag nicht anzunehmen, oder? Welchen habt ihr?

Freue mich über Kommentare und Meinungen.

Leben beginnt, wo Deine Komfortzone endet

Ich starte das Jahr 2016 nicht mit guten Vorsätzen (dazu an anderer Stelle mehr), sondern mit einem Rückblick und ich kann sagen, es war ein Jahr mit vielen privaten und beruflichen Highlights. Die, die außerhalb meiner Komfortzone waren, möchte ich gern auflisten. Als Inspiration für mich und für alle, die es interessiert. Alle anderen, können hier aufhören zu lesen.

Mein 2015 außerhalb der Komfortzone

Ich habe mich endlich dazu aufgerafft mich als Knochenmarkspender zu registrieren. Nur ein bißchen Aufwand für die Chance, ein Leben zu retten.
Wer das auch möchte, sollte sich hier informieren und es einfach machen.
http://www.dkms.de/de/spender-werden

Ich bin mit unserer neuen Vespa gefahren. Das kostete mich Überwindung, denn ich war noch nie allein auf einem motorisierten Zweirad gefahren. Ich, die nur ungern Schlitten fährt, weil ich da kaum Kontrolle habe. Ich, die keinerlei technische Affinität hat, nie einen unerfüllten Bikertraum träumte oder gar waghalsige Sportarten (außer rückwärts Einparken) ausprobierte. Das war ein Erlebnis.

Ich bin wieder mit der Vespa gefahren, trotz kleinem Unfall. Sofort wieder. Außer einer Schramme an der Vespa und einem Bluterguss auf meinem Oberschenkel blieb nur die Bestätigung des Sprichwortes „Fällst Du vom Pferd, steig sofort wieder auf“

Ich bin in Japan von einer Stadt in die andere gefahren, mit Kind und Zug und Bus, ohne großartige Verständigung, da kaum Englisch gesprochen wird. Und ohne Google Maps. Mit Zuversicht (was kann schon passieren) und Abenteuerlust (das schaffe ich) hat es geklappt. Natürlich.

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Ich bin mit dem Tretroller für Erwachsene (mit Bremse!!) durch Hamburg, weil ich es cool fand. Und ja, ich habe einige Männer und Frauen in meinem Alter gesehen, die auch rollend unterwegs waren. Bremsen hatten die anderen aber glaube ich nicht.

Ich bin mit Kind nach Barcelona. Ohne Wlan, aber old-fashioned mit Stadtplan. Ja, wir sind manche Straße mehrfach gelaufen (ungewollt), aber wir haben diese Stadt genossen. Vor allem weil…

…ich toll gewohnt habe – bei fremden Menschen. Über Airbnb habe ich tolle Wohnungen in Barcelona und Hamburg gefunden. Zentral, sauber, günstig.

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Ich war in Buxtehude zu einem Vortrag. Mit Zug, kleinem Gepäck und 25 interessierten Zuhörern. Aber Lampenfieber und Reiselust passen gut zusammen.VortragB08

Ich habe ein Büro gemietet – einfach so. Es war die richtige Zeit und der richtige Raum. Ein komisches Gefühl, einen Mietvertrag zu unterschreiben und sich zu verpflichten. Aber es fühlt sich fantastisch an. Und das Konzept geht auf.

Es gab bestimmt noch viele Dinge, kleinere, feinere, aber manches verschwindet im Strudel der Ereignisse. Diese hier bewahre ich und für 2016 werde ich mir wieder Herausforderungen suchen.

Dazu mehr an anderer Stelle.

Habt ihr auch Dinge in 2015 getan, die ihr euch eigentlich nicht getraut habt, die Überwindung und Mut kosteten? Freue mich über eure Kommentare.

 

Für alle Einzelkämpfer in Beratung und Coaching: Ist man allein auch ein Wir?

Mir begegnet es immer wieder – wohlgemerkt, mir, nicht uns. Denn ich bin allein, eine Person, nicht ein Team, eine Gruppe, eine Ansammlung und damit logischerweise kein „uns“. Aber ich sehe es doch immer wieder – die Ansprache auf der Website (meist dann auch im Print) mit dem „Wir beraten Sie“, „Wir sind Ihr Partner für…“ und das stark verbreitete „Über uns“ als Navigationspunkt auf der Website. Wenn man sich dann die Seiten genauer ansieht, findet man immer nur eine Person bzw. definitiv keine Info über weitere Personen dieses Unternehmens. In vielen Fällen kenne ich die Kollegen aus der Beraterzunft und weiß, dass sie allein arbeiten. Aber auf der Website wird immer so getan, als ob eine Horde an Menschen für diese Firma arbeitet.

Warum (in drei Teufels Namen) spricht man von sich in der Mehrzahl?

Klar, weil man nach außen was hermachen will, Größe demonstrieren und Kompetenz darstellen muss/möchte. Einer ist doch viel zu wenig, was kann der denn schon?

Die großen Unternehmen engagieren  nur große Dienstleister. Der einzelne Berater, Coach, Trainer denkt sich, da muss ich mithalten – und kann ich auch. Ich kenne ja viele Leute, die mich unterstützen (Postbote, Sohn/Tochter, Ehepartner, Gemüsehändler, Kneipenbesitzer, Schwager, Nachbar und viele mehr). Das zählt doch als Team, oder? Na ja, und wenn es drauf ankommt, dann frag ich einen davon, ob er mit zum Kunden kommt – als Statist.

Ich bin auch allein, das ist mein Geschäftsprinzip. Früher sprach ich auch in Wir-Form, seit einigen Jahren nicht mehr. Denn meine Expertise ist in meinem Kopf und genau dieses Wissen und diese Erfahrungen will der Kunde. Jeder muss diese Frage natürlich selbst beantworten und entscheiden, ob er von sich in der Mehrzahl spricht, Größe allein von der Zahl der Mitarbeiter abhängig macht und sich im Zweifel der Lächerlichkeit preisgibt, wenn dem Gegenüber klar wird, dass Sie allein zur Tür reinkommen.

One-Woman/One-Man-Show

Für mich habe ich entschieden, zu meiner One-Woman-Show zu stehen. Denn daraus ergibt sich ein ganz anderes Standing. Ich muss nicht in Wettbewerb zu großen Beratungsfirmen oder Werbeagenturen gehen. Mein Vorteil ist es, dass der Kunde nur einen Ansprechpartner hat, der seine Interessen vertritt. Er muss keinen Overhead mitfinanzieren. Ich kann flexibel meine Partner, mein Netzwerk auswählen und behalte alle Fäden in der Hand.

Daraus ergibt sich für mich: Ich bin eine Person und spreche in der Einzahl. Natürlich ist es manchmal seltsam, immer in der Ich-Form zu schreiben. Aber nur so bekomme ich die Kunden, die zu mir passen. Die Wert auf meine Stärken legen und diese für sich nutzen möchten.

Fazit

Denken Sie daran, wenn Sie am Text für Website oder Print feilen. Entscheiden Sie sich in jedem Fall für eine Variante.

Springen Sie nicht vom Wir zum Ich und zurück. Bleiben Sie im Zweifel authentisch und zeigen Sie klar, was der Kunde einkauft oder bucht, wenn er sich für Sie entscheidet. Dann bekommen Sie die Kunden, die Sie wollen und die zu Ihnen passen.

Blog-Serie: Fünf freundliche Fragen an…Karla Blaswich

Ich kann mich noch gut an Karla Blaswich und ihr Anliegen erinnern, Ihre praktischen und umfangreichen Erfahrungen im Change Management in ein Buch (bzw. 3 Bände: vorher, währenddessen, nachher) zu packen. Es war mir eine Ehre das Lektorat zu übernehmen. Mit den Illustrationen (von der Autorin selbst erstellt) und einer klaren Sprache sind die drei Bände sehr gut zu lesen und die Handlungsempfehlungen umzusetzen.  Das ist jetzt über 10 Jahre her, bereits 2004 erschien der erste Band. Umso mehr freue ich mich, dass wir auch weiterhin in Kontakt geblieben sind und die Autorin sich die Zeit für diese kleine Blogserie genommen hat.

Forsetzung der Blog-Serie mit Karla Blaswich

Foto am 06-08-2011 um 13.37_face0BlaswichIhre Bücher: Management im Veränderungsprozess
Band 1 – 3
Verlag B.O.S.S. Medien GmbH
2004 – 2007
je 48 Seiten, Taschenbuch

 

1.Frage: Warum haben Sie diese Buchserie geschrieben?
Ich selbst habe nach einem praxisnahen Buch gesucht, welches die Theorie mit dem wahren Leben verbindet (speziell im Projektgeschäft und im Veränderungsmanagement). Dies hatte ich nicht gefunden – aus diesem Grunde habe ich mich dann „selbst hingesetzt“.

2.Frage: Wie haben Sie einen Verlag gefunden?
Online-Recherche

3.Frage: Wie vermarkten Sie selbst die Bände?
Bei Kundenbesuchen, über das soziale Netzwerk, Amazon, Buchhandel etc.

4.Frage: Welche Marketingmaßnahme hat a) sehr gut und b) überhaupt nicht funktioniert?
Amazon und Buchhandel haben sehr „sparsam“ funktioniert. Die eigene Vermarktung war und ist deutlich besser.

5.Frage: Welches ist Ihr Lieblingssatz aus einem der Bücher?
Keine Methode wird dauerhaft Persönlichkeit, Toleranz und die positive Einstellung zum Menschen ersetzen können. Regeln und Techniken sind allerdings eine sehr wichtige Ergänzung zu den genannten Faktoren.

Fazit

Seine eigenen Erfahrungen in ein Buch (vielleicht auch ein eBook) zu packen und als Reputation selbst zu vermarkten, ist auch mit kleinem Aufwand und kleinerem Verlag möglich. Wichtig ist ein großer inhaltlicher Nutzen für den Leser, der im Idealfall so zum Kunden wird.

Blog-Serie: Fünf freundliche Fragen an… Kerstin Hoffmann

Eine große Inspiration und meiner Meinung nach eine Social Media Ikone, war und ist für mich Kerstin Hoffmann. Sehr geprägt hat mich 2010 ein Vortrag von ihr bei einer IHK Veranstaltung. Social Media steckte noch in den Kinderschuhen, Facebook war kein Thema für Unternehmen, XING wurde skeptisch beäugt und dann gab es noch so Plattformen wie StudiVZ, MySpace und wie sie alle hießen.

Kurze Zeit später startete ich mit Social Media, probierte viel aus und habe Kerstin Hoffmanns Weg genau verfolgt. Ihr erstes Buch, um das es heute geht, habe ich verschlungen und innerlich Dutzende Male genickt und zugestimmt. Ich empfehle es immer wieder meinen Kunden und kann die Ansätze alle bestätigen. Ich arbeite nach dem gleichen (kostenlosen) Prinzip und das sehr erfolgreich.

Ich freue mich, dass sie Zeit gefunden hat, meine fünf freundlichen Fragen zu beantworten.

Fortsetzung der Blogserie mit Kerstin Hoffmann

14174505356_9ba61f4586_m7170519362_4d077ddda9_mIhr Buch: Prinzip kostenlos: Wissen verschenken – Aufmerksamkeit steigern – Kunden gewinnen
Wiley Verlag, Mai 2012
248 Seiten, gebundene Ausgabe
24,90 €

 

Ihr „Prinzip kostenlos“ aus dem Jahr 2012 hat sich inzwischen zum Longseller entwickelt, der immer noch viel gekauft und zititert wird. Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen, sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Im April 2015 erschien ihr neues Buch „Web oder stirb! Erfolgreiche Unternehmenskommunikation in Zeiten des digitalen Wandels“. Im Folgenden geht es um die Erfahrungen mit dem ersten Buch.

1.Frage. Warum haben Sie dieses Buch geschrieben?
Hauptsächlich, um allen den Unternehmern, Entscheidern und Kommunikations-Fachleuten, die ich nicht persönlich beraten kann, einen kompletten Leitfaden an die Hand zu geben, wie sie ihr wertvolles Fachwissen für das eigene (Content)-Marketing nutzen.

2.Frage: Wie haben Sie einen Verlag gefunden?
Das hat ein bekannter Sachbuchagent für mich übernommen. Als dieser sich von meiner Buchidee überzeugt zeigte, war ich sicher, dass ein Verlag zusagen würde. So war es dann auch.

3.Frage: Wie vermarkten Sie selbst das Buch?
In enger Zusammenarbeit mit dem Wiley Verlag. Ich habe eine eigene Buch-Website erstellt, und das Buchcover findet sich auch beispielsweise auf meiner eigenen Unternehmens-Website wieder. Mein Netzwerk hat das Buch sehr positiv aufgenommen und dies auch weitererzählt. Hier das komplette Kommunikations- und PR-Konzept rund um das Buch darzustellen, würde aber wohl den Rahmen sprengen.

4.Frage: Welche Marketingmaßnahme hat a) überhaupt nicht und b) sehr gut funktioniert?
a) Dieser Kelch ist zum Glück an mir vorübergegangen.
b) Ich denke, erfolgreich war vor allem – jenseits von einzelnen Maßnahmen – die Tatsache, dass ich in Absprache mit dem Verlag bereits vor Erscheinen des Buches eine komplette Kommunikationsstrategie erarbeitet und diese dann auch konsequent umgesetzt habe.

Ich habe zudem versucht, nicht zu penetrant zu „trommeln“, sondern auch in der Buch-PR eher etwas zu liefern, was den Empfängern nützt. Dazu gehören beispielsweise Auszüge aus dem Buch, die für sich genommen Anregungen und Tipps liefern.

5.Frage: Welches ist Ihr Lieblingssatz im Buch?
Ich verliebe mich nicht in eigene Sätze. Meine liebsten Sätze stammen nicht aus dem Buch, sondern von anderen, die über das Buch geschrieben haben, etwa in Rezensionen.

Mein Fazit:
Vorher überlegen, wie man nachher wirbt und ein gut funktionierendes Netzwerk, das sind wichtige Bausteine auf dem Weg zum Bestseller. Ganz wichtig finde ich aber auch, authentisch zu bleiben. Keine Marketingaktionen durchführen, hinter denen man nicht steht und die nicht zu einem passen. Daher gibt es auch kein Patentrezept für alle, sondern jeder sollte seine eigene Marketingstrategie entwickeln.

Nächster Autor: Karla Blaswich und ihre drei Bände zum Thema Change Management.

Drei (schlimme) Wörter im Selbstmarketing, die Sie nie wieder benutzen sollten

Für eine überzeugende Vermarktung muss die Strategie klar sein – Zielgruppe, Produkt, Positionierung etc. All das ist das Fundament für ein erfolgreiches Marketing (worüber ich hier schon geschrieben habe) und in vielen Fällen ist die Person des Gründers die Marke und nicht ein Produkt. Das heißt, authentisches Selbstmarketing ist der Schlüssel zum Erfolg – was wiederum dazu führt, dass man etwas über sich selbst erzählen muss. Oh oh – das ist doch der gefürchtete, gern vermiedene, ignorierte und verdrängte Elevator Pitch!

Ja, richtig. In der Zeit einer Aufzugfahrt soll man einem Unbekannten erklären, was man beruflich macht. Am besten man verkauft sich dabei auch noch so gut, dass der andere direkt bucht, bestellt, kauft. Ein Grauen für viele und doch die Bewährungsprobe  jeder Geschäftsidee.

Elevator Pitch mit gutem Gefühl?!

Mit einem schlechten Gefühl zum Netzwerktreffen, geduckt und sprungbereit zum nächsten stillen Örtchen, so ging es mir in den ersten Jahren meiner Gründung. Teilweise habe ich heute noch einen (zugegeben kleinen) Knoten im Bauch, wenn ich an der Reihe bin, mich vorzustellen. Aber Übung macht den Meister und heute bin ich mutig, fange gern bei der Vorstellungsrunde an, sitze in der ersten Reihe bei Vorträgen und hechte vor jede Kamera, wenn es um ein Interview oder Statement geht 😉

Dazu kommt das Zuhören, denn anderen zuzuhören, schult die Sinne. Was mir dabei oft auffällt, habe ich zusammengefasst in drei (schlimme) Wörter, die Sie ab sofort nie wieder verwenden sollen, wenn es um Ihre Selbstdarstellung geht.

Das Wort „nur“ – warum nur verwenden wir es?

„Ich bin Beraterin, aber nur für Marketing.“ Jahrelang war das mein Einstieg bei der Frage nach meinem Beruf. Und jahrelang beschlich mich das ungute Gefühl, ich stelle damit mein Licht, meine Expertise unter den Scheffel. Stimmt, denn wenn ich „nur“ Marketing kann, dann ist das wenig, nicht erwähnenswert, einseitig usw. usf. – nicht zuletzt ein typisches „Frauenproblem“.

Wenn Sie aber das Wort „nur“ im Sinne von Spezialisierung gebrauchen, dann wählen Sie doch gleich das (richtige) Wort „ausschließlich“ oder „spezialisiert“. Das hört sich dann so an: „Ich bin Beraterin für Marketing, spezialisiert auf die Marketingstrategie von Gründern, Freiberuflern und mittelständischen Unternehmen.“ oder „Ich mache ausschließlich Marketingberatung.“

Und? Was hört sich besser und korrekter an? Welche Formulierung zeigt deutlicher, was Sie können?

Klein ist eben klein.

„Ich habe ein kleine Agentur.“ Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen kleine Agenturen, Geschäfte, Unternehmen. Im Gegenteil, klein hat viele Vorteile, aber klein wirkt eben – nun ja – klein! Und alle Vorzüge wirken dann eben auch klein und beginnen leider oft mit einem „aber“: „Wir haben ein kleines Cafe´, aber der Kaffee schmeckt toll.“

Sicherlich gibt es Synonyme für klein in Ihrem Sinne, vielleicht auch hier spezialisiert, gemütlich, schlank organisiert, fokussiert oder was auch immer. Die Größe ist nicht entscheidend, sondern das Angebot, das Sie machen, z.B. „Ich bin Naturheilpraktikerin, spezialisiert auf Allergien, die ich in meiner modern eingerichteten Praxis in Mönchengladbach behandle.“

Bei Beratern, die allein arbeiten, empfehle ich, dies auch so zu benennen: „Ich berate ausschließlich zu Marketingfragen, allein ich bin Ihr Ansprechpartner. Bei Bedarf habe ich ein gut funktionierendes Netzwerk, das ich für meine Kunden nutze.“

Also eigentlich sollte ich jetzt aufhören zu schreiben.

So vieles scheitert am kleinen Wörtchen „eigentlich“. Achten Sie einmal darauf, wie oft Sie es verwenden! Und wie oft Sie es (eigentlich) weglassen sollten.

Es ist eine Ausrede, ein Hemmschuh, ein Fluchtweg – den Sie nicht benötigen. Wenn Sie Ihre Ziele definieren und mitteilen, z.B. so: „Eigentlich möchten wir gern mittelständische Unternehmen beraten“, dann fragt sich jeder, warum Sie es denn nicht tun. Formulieren Sie aktiv und bestimmt: „Wir beraten mittelständische Unternehmen speziell zum Thema Social Media.“

 

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, dann sind Sie aktiv, lebendig, überzeugend und authentisch. Ich würde mich freuen, wenn ich mehr solche Darstellungen höre. Denn kleine Unternehmen, die eigentlich nur irgendwas machen, braucht kein Mensch. Aber Unternehmen, Freiberufler, Selbständige, die wissen, was sie können und die Probleme ihrer Kunden lösen, die brauchen wir in Deutschland in großer Zahl!

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